Busexkursion: Frühe Klöster in Sachsen: Kloster in Chemnitz, Augustiner-Kloster „Unserer lieben Frauen auf dem Berg“ in Altenburg, Stiftskirche „Heilig Kreuz“ in Zschillen

In der Kulturgeschichte des Mittelalters haben Klöster eine ganz wesentliche Rolle gespielt. Sie waren Stätten des Gebets, der Verbreitung christlicher Lehre, Zentren der Wissenschaft und Kunst und mit ihrer Wirtschaftskraft nicht zuletzt wichtige Faktoren des Landesausbaus. Klöster hatten für die Gestaltung von Kunst und Kultur, die Überlieferung der Bildung der Antike und die Entfaltung von Forst- und Landwirtschaft eine enorme Bedeutung gehabt. Als Gegenüber weltlicher Macht griffen die führenden Klostermänner und -frauen auch in die Politik ein. Kraft und Macht dafür erwuchs ihnen aus einem nach strengen Regeln geordneten und auf das Wesentlichste reduzierte Leben in Gemeinschaft. Drei dieser Klöster, die ganz entscheidend zur Formung des heutigen Sachsens im Zuge der Ostsiedlung beigetragen haben, sollen im Rahmen einer Busexkursion besucht werden. Es handelt sich dabei zunächst um das von Kaiser Lothar von Süpplingenburg und seiner Gemahlin Richenza im Jahre 1136 der Gottesmutter Maria gestifteten Kloster in Chemnitz.
 
Der Stauferkönig Konrad III. bestätigte 1143 diese Klostergründung und verlieh dem Kloster darüber hinaus das Recht zur Abhaltung eines Marktes: der „locus Kamenicz“ war geboren! Bei der Besichtigung konzentrieren wir uns auf die baulichen Spuren der romanischen Klosterkirche; ausgeführt in Kristall- und Porphyrtuff, u.a. aus den Brüchen im Zeisigwald. Das von Benediktinern geführte Kloster in Chemnitz war in geografisch exponierter Lage an einem der von Altenburg bzw. Leipzig durch das Erzgebirge nach Böhmen führenden „böhmischen Steige“ gelegen. Diesem Weg wollen wir folgen und die baulichen Reste des um 1165-1172 auf Veranlassung und mit Unterstützung Kaiser Friedrich Barbarossa in seiner Pfalz Altenburg gegründeten Augustiner-Klosters „Unser Lieben Frauen auf dem Berge“ besichtigen. Nicht nur die markante romanische Doppelturmfront der Klosterkirche ist als „Rote Spitzen“ gleichsam zum Synonym für Altenburg geworden, sondern auch die jüngst beendeten Ausgrabungen erlauben höchst spannende Einblicke in eine bis dahin ungewöhnliche, weil unter Verwendung von Backstein entstandene Baustruktur der Kirche. Nach einem Mittagsimbiss besuchen wir am Nachmittag die 1168 durch den Meißner Bischof Gerung geweihte Stiftskirche „Heilig Kreuz“ in Zschillen (dem heutigen Wechselburg). Nach der Fertigstellung (und Weihe) der Baukompartimente im Osten der Kirche folgten in weiteren Schritten der Bau des Westriegels und des Langhauses – ausgeführt in Porphyrtuff vom Rochlitzer Berg.
 
Neben dem Keller unter dem Südflügel des Klosters werden wir in die Dachwerke der Kirche aufsteigen und dort vor Ort die Spuren des im 12. Jh. begonnenen Baus eines Westriegels diskutieren bzw. die Reste des Vierungsturmes sehen, so dass sich nach und nach die einstmals gedachte mächtige Baugestalt des wohl bedeutendsten romanischen Baus in Sachsen vor dem geistigen Auge entfalten kann. Natürlich wird auch der skulpturale Schmuck des Außenbaus und die Architektur des Innenraumes mit seinem einzigartigen (rekonstruierten) spätromanischen Lettner ausführlich vorgestellt. Zu den zu besichtigenden Monumenten werden vor Ort jeweils Pläne zur Verfügung gestellt.
 
Exkursionsleitung:                                         Günter Donath
Fachliche Begleitung:                                    wissenschaftliche Mitarbeiter des Museums in Altenburg
 
Abfahrt:                                                          7.00 Uhr; Bayrische Straße am Hbf. Dresden
 
Reisepreis
für Mitglieder, Schüler und Studenten:            55 €
für Nichtmitglieder:                                             60 €
 
Darin enthalten sind Kosten für die Busfahrt, Führungen und Eintritte. Die Möglichkeit zum Mittagessen ist gegeben, die Kosten für Mahlzeiten sind nicht im Reisepreis enthalten.
 
Das Gesamtprogramm 2025 finden Sie unter folgendem Link.

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